ABC der Nachhaltigkeitsstrategien

Methodik der Lokalen Nachhaltigkeitsstrategie

Ziel der Methodik ist es, die "am besten geeignete Strategie" für die Zukunftsfähigkeit der Kommune zu entwickeln und umzusetzen. Mit der Methodik der Lokalen Nachhaltigkeits werden Kommunen gezielt auf dem Weg zur Zukunftsfähigkeit unterstützt, um:

  • Eine gemeinsame langfristige Vision für die Nachhaltigkeit zu entwickeln.
  • Einen partizipatorischen Zielsetzungsprozess in Gang zu setzen.
  • Mittel- und langfristige Chancen und Risiken  besser zu erkennen.
  • Den demographischen Wandel zu steuern.
  • Stratgische kommunale Wirtschaftsförderung zu verankern.
  • Die ökonomische, soziale und ökologische Zukunftsfähigkeit der Kommune zu sichern
  • Gemeinsam mit allen Akteuren strategische Entwicklungspotentiale zu identifizieren und aufzubauen.
  • Lokale Agenda 21 Prozesse auf die neuen Herausforderungen auszurichten.
  • Kosten im Konsens mit den Bürgern zu senken.
  • Die Umwelt zu entlasten.
  • Die Zufriedenheit der Bürger zu erhöhen.
  • Das freiwillige Engagment von Bürgern, Vereinen und Unternehmen zu stärken.
  • Die Aalborg Commitments umzusetzen.

Methodik zu Strategieentwicklung

Eine Lokale Nachhaltigkeitsstrategie besteht aus einem Leitbild mit konkreten Zielen, einem Programm mit Maßnahmen und einem Managementsystem  für die Umsetzung, welche zur Nachhaltigkeit und Lebensqualität einer Kommune führen. Ziel ist es, die "am besten geeignete Strategie" für die Zukunftsfähigkeit der Kommune zu entwickeln, umzusetzen, fortzuschreiben und regelmäßig zu überprüfen (Review/Monitoring).

Das Modell der Lokalen Nachhaltigkeitsstrategie finden Sie hier (Strategisches Public Managementmodell, pdf).


 Die Methodik der Lokalen Nachhaltigkeitsstrategie unterscheidet sich erheblich von der bisherigen Vorgehensweise in lokalen Agenda 21 und üblichen Stadtentwicklungsprozessen. Ziel der Methodik ist es, die "am besten geeignete Strategie" für die Nachhaltigkeit der Kommune zu entwickeln und umzusetzen. Unterschiede sind z.B. die hohe Akzeptanz in der Bürgerschaft, eine breite und qualifizierte Bürgerbeteiligung, die Integration aller Themenbereiche (systemischer Ansatz), die Verzahnung mit bestehenden Instrumenten der Kommunalentwicklung, die Berücksichtigung von Chancen und Risiken, sowie die Strategieorientierung. Die Strategieorientierung und die Entwicklung einer "Lokale Nachhaltigkeitsstrategie" gründet sich auf dem Kapitel 28 der Agenda 21:

"Durch Konsultation und Herstellung eines Konsenses würden die Kommunen von ihren Bürgern und von örtlichen Organisationen, von Bürger-, Gemeinde-, Wirtschafts- und Gewerbeorganisationen lernen und für die Formulierung der am besten geeigneten Strategien die erforderlichen Informationen erlangen" (vgl. Kapitel 28.3).

Vergleich der Instrumente: Das Kommunale Nachhaltigkeitsmanagement

Ein wesentlicher Unterschied ist das Zeitfenster des Prozesses. Vom 1. Schritt bis zum Zwischenziel (Gemeindebeschluß) reichen 6 bis 12 Monate (ansonsten 3 bis 7 Jahre), dafür ist die Umsetzungsphase langfristig angelegt. Dies jedoch so, dass die Kommune und die Bürger nicht überlastet werden. Die Lokale Nachhaltigkeitsstrategie kann als Instrument mit bestehenden Instrumenten verzahnt werden bzw. auf deren Ergebnisse aufbauen. Die Frage unter welcher "Flagge" dabei gesegelt wird, ist sekundär - wichtig ist einzig ein qualifizierte Ergebnis.

Bausteine für das Kommunale Nachhaltigkeitsmanagement

Kernbausteine des zukunftsfähigen Kommunalmanagement sind die Formulierung eines Leitbild für die nächsten 15-25 Jahre, ein Entwicklungsprogramm bestehend aus Projekten für die nächsten 5 Jahre und die Verankerung einer längerfristigen Umsetzungsphase mit einem Managementzyklus.

  • Das Leitbild umfaßt sowohl Normen und Werte, eine langfristige Vision als auch konkrete Ziele für alle relevanten Einzelbereiche der Kommune wie z.B. Familie und Soziales, Umwelt und Natur, Wirtschaft und Arbeiten, Kultur und Globalisierung. Das Leitbild basiert auf einer Chancen- und Riskoanalyse und soll im Konsens entwickelt werden.
  • Das Entwicklungsprogramm dient der Umsetzung des Leitbilds und besteht aus Leitprojekten, die von der Kommune und von anderen Trägern durchgeführt werden.
  • Der Managementzyklus sichert die dynamische Fortschreibung und Steuerung, die Vernetzung, die Prüfung der Umsetzung (Nachhaltigkeitsbericht) und die Verstetigung der Beteiligung.

Die Methodik gründet auf internationalen UN und OECD Qualitätsnormen für Nachhaltigkeitsstrategien (vgl. UNDP/OECD: Sustainable Development Strategies. A Ressource Book. 2002), den Aalborg-Commitments und der Erklärung der Kommunen des Weltgipfels von Johannesburg. Das Know-how von Transfer 21 basiert primär auf Praxiswissen von Modell- und Referenzprojekten (z.B. Altmühltal, Ingolstadt und Neumarkt) und sekundär auf Forschungsergebnissen der Nachhaltigkeitswissenschaft (Sustainability Science).



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